Die Leitlinie

Dorothy argumentierte, dass eine Lehrphilosophie, als „Leitlinie“ formuliert, immer in die Arbeit jedes Auftrags einbezogen werden müsse. Ihre eigene „Leitlinie“ war:

„Jede geleistete Arbeit wird im Geiste der Verantwortlichkeit und nicht der Ausbeutung erfolgen. Diese Erklärung bringt Wirtschaft, Dienstleistung, Respekt, Loslösung von Kontrolle und Überwachung, sowie das Bemühen um Qualität und Zweckmäßigkeit zusammen. Das wäre meine Leitlinie für die gesamte Arbeit aller Menschen bei allen ihren Projekttagen.“ [Quelle: Kontexte]

Dieser Leitgedanke beruhte laut Dorothy auf einem gemeinsamen Verantwortungsbewusstsein für die Zukunft des Planeten.

Veröffentlichung

Die Arbeit wird immer auf eine Form der Veröffentlichung oder Präsentation der Ergebnisse hinauslaufen. Diese wird sich je nach Art des Auftrags unterscheiden und verlangt gewisse Standards und Qualitätskriterien, da die Ergebnisse dem ursprünglichen Auftraggeber vorgelegt werden.

Dorothy bestand darauf, dass ein wichtiges Ereignis geschaffen werden muss, um diesen „Moment der Veröffentlichung“ hervorzuheben. Sie sagte: „Das Europäische Parlament arbeitet ein bisschen so, und alle Länder schicken ihre Bevollmächtigten, bzw. ihre Vertreter.“ (Quelle: Özen / Adsgüzel)

Sorgfältigkeit, Verantwortung und Realisierung

 

Von Anfang an werden drei zentrale Lehrwerte eingebaut: Sorgfalt, Verantwortung und praktische Umsetzung. „Letztere ist sehr wichtig, weil es sie einen Faktor verkörpert, der in der Schule häufig ausgelassen wird. An diesem Punkt erkennen wir jetzt, was wir gelernt haben, was wir verstehen und in unserem Leben nutzen können und wir vorher nicht erkannt hatten. Die Veröffentlichung von sorgfältig vorbereiteten Ergebnissen sorgt für die nötige Verschmelzung solcher Wahrnehmungsprozesse.“ [Quelle: Kontexte]

Grundprinzipien der Arbeit

Während der Arbeit behalten wir den Auftraggeber immer im Hinterkopf, schließlich wird dieser unser zukünftiges Publikum sein, mit dem wir in Kontakt treten, vor dem wir unsere Ergebnisse präsentieren, sowie dessen Fragen wir uns stellen müssen.

 

Es wird keinen Schüler- oder Lehrermonolog geben

Verantwortung und Macht müssen geteilt werden, damit der „Teamgedanke“ an die Stelle der üblichen Lehrer-Schüler-Beziehung tritt.

Die Zeitabfolgen sind wichtig

Es gibt keinen vorgezeichneten „Lehrplanweg“

Die „Themen-Landkarte“ entsteht, wenn wir darüber nachdenken, was wir wissen müssen, um zu forschen. Diese Karte wird die offensichtlichen Bereiche aufzeigen, die wir untersuchen müssen.

 

Die Aufgaben werden von den Anforderungen des Auftrags festgelegt

Diese Herangehensweise erfordert Flexibilität von allen Beteiligten, da Aufgaben auf den Bedarf, die Rahmenbedingungen und die zur Verfügung stehende Zeit hin ausgelegt werden müssen.

Persönliche Vorlieben in Bezug auf die Reihenfolge der Lernthemen müssen zurückgestellt werden, so dass der Auftrag das Lernen steuert.

Alle Resultate, die sich aus den einzelnen Aufgaben ergeben, werden „verfügbar“ abgelegt, um sie wiederverwenden und entwickeln zu können.

Dies bedeutet es bedarf einer Klassifizierung und Archivierung um uneingeschränkten Zugang gewährleisten zu können.

Nichts im Raum soll statisch sein

Die Arbeitsumgebung wird ständig für individuelle Aufgaben neugestaltet.

Das Auftragsmodell verlangt vor allen Dingen Offenheit für die Beiträge der jeweils anderen

Wir müssen uns als Menschen und Kollegen mit unterschiedlichen Stärken (und Fehlern!) anerkennen, die diese mit in die Arbeit einbringen. Wir müssen darüber hinaus „Wächter“ unserer eigenen Einstellung und unseres Verhaltens sein - und Seiten an uns entdecken, die wir zuvor noch nie benutzt haben.

Basierend auf: „A Vision Possible: The Commission Model of Teaching“ von Dorothy Heathcote. In: Drama: One Forum, Many Voices, Winter 2003 (Vol. 11 No.1)

Photos: “Mantle of the Expert Work in Ankara: Workshop with Secondary School Students, November 26-28, 2009” by Dorothy Heathcote (Creative Drama Journal 2010, Vol. 5, Issue 9-10). You can find a copy of the article here (in Turkish and English).

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